"Gelobt sei der Zweifel!"

Mit diesen Worten von Bertolt Brecht nähern wir uns in dieser Folge einer Seite der Wissenschaft, die oft unter den Teppich gekehrt wird: den Irrtümern. Die Forschung führt keineswegs auf geradem Wege zur Wahrheit, sondern auf einem verschlungenen Pfad voller Abwege, Irrwege, falscher Fährten und auch dusseliger Fehler.

Manchmal sind diese Irrtümer geradezu ein Treppenwitz der Geschichte, wie bei Kolumbus, der sein eigentliches Ziel Indien nie erreichte und den falschen Kontinent entdeckte. In der exakten Wissenschaft gab es Modelle, die absolut plausibel schienen und dennoch komplett falsch waren – wie die Phlogiston-Theorie, die die Chemie der Verbrennung buchstäblich auf den Kopf stellte.

Oder der berühmte, alles durchdringende "Äther": Einstein hatte ihn mit seiner Speziellen Relativitätstheorie aus der Physik ausgetrieben und mit seiner Allgemeinen Relativitätstheorie wieder eingeführt. Heute geistert er als Erklärung der mysteriösen Dunklen Energie weiter durch die Physik.

Selbst geniale Köpfe und Nobelpreisträger wie Enrico Fermi blieben von spektakulären Fehlinterpretationen nicht verschont. Auch die moderne Forschung ist nicht gefeit davor, wie Sensationsmeldungen über überlichtschnelle Neutrinos oder Signale vom Urknall zeigen, die sich am Ende als nichts weiter als "Dreck" entpuppten.

Thomas und ich sprechen über diese historischen Irrtümer und erklären, warum sie nicht das Ende, sondern ein essenzieller Teil des Erkenntnisprozesses sind. Wir diskutieren, warum Wissenschaft eine starke Fehlerkultur braucht und wie wichtig es gerade auch für politische Entscheidungen ist, die Grenzen und Ungewissheiten unseres Wissens ehrlich zu benennen.

Viel Spaß beim Hören!

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