Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping sprach von der sogenannten „Thukydides-Falle“. Der Begriff geht auf den griechischen Historiker Thukydides zurück, der den Peloponnesischen Krieg zwischen Sparta und Athen beschrieb. Seine zentrale Erkenntnis lautete sinngemäß: Der Aufstieg Athens und die Angst Spartas davor machten den Krieg letztlich nahezu unvermeidlich. Heute wird dieses Konzept auf die Rivalität zwischen den USA und China übertragen: China gilt als aufsteigende Macht. Die USA als etablierte Weltmacht. Und genau aus diesem Machtwechsel könnte ein gefährlicher Konflikt entstehen. Damit sprach Xi Jinping indirekt genau das aus, worum es bei diesem Gipfel tatsächlich geht: die Gefahr eines historischen Machtkampfes zwischen China und den USA. Der Gipfel war nicht nur ein Wirtschaftstreffen oder ein diplomatischer Routinebesuch, sondern der Versuch zweier Supermächte, einen direkten Zusammenstoß zu verhindern, obwohl beide Seiten gleichzeitig ihre Machtpositionen ausbauen.
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Herbert Bauer, Generalmajor i.R. und Militärexperte
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