Der erste Bundespräsident galt zu seiner Zeit als eindrucksvoller Redner. Insgesamt hielt Theodor Heuss über 2.300 Reden, allein fast 700 als Staatsoberhaupt. Damit war er stilbildend für dieses Amt. Doch anders als seine Nachfolger entwarf er seine Vorträge selbst und sprach meist frei. Mit seiner direkten Ansprache vermittelte er seinen Zuhörern das Gefühl eines persönlichen Gesprächs und wollte so für die junge Demokratie werben. Heute hingegen wirken sein Stil und seine weitschweifigen Gedankengänge auf manche antiquiert. Was machte damals die Faszination seiner Reden aus? War Heuss wirklich der „große Volksredner“?

Prof. Dr. Ulrich Baumgärtner ist außerplanmäßiger Professor am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München und war viele Jahre in der Lehrerausbildung tätig. Publikationen u. a.: Reden nach Hitler. Theodor Heuss – Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus (2001); Wegweiser Geschichtsdidaktik. Historisches Lernen in der Schule (3. Aufl. 2024).

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