Der Vortrag des Historikers Stefan Berger (Ruhr-Universität Bochum) beschäf­tigt sich mit dem Struktur­wandel im Ruhrgebiet seit dem 19. Jahr­hun­dert. Wie entwickelte sich die Region innerhalb von wenigen Jahr­zehn­ten zum wichtigsten schwer­indus­tri­ellen Zentrum des Deutschen Reiches vor 1914? Wie wurde es zum Ort sozialer Revolution und nationaler Solidarität in der Weimarer Republik, wie zur Waffen­schmiede der Nation im National­sozia­lis­mus? Wie ist es zu vereinbaren, dass auch international die Neuerfindung des Ruhrgebiets als Erfolgs­ge­schich­te des Strukturwandels seit den 1960er Jahren mit Modell­charak­ter für andere postindustrielle Regionen der Welt gefeiert wird, während gleichzeitig in vielen Repor­tagen das Ruhrgebiet als das Armen­haus der Republik charak­te­ri­siert wird?

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