Auschwitz steht heute für das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte. Bis Anfang der 60er Jahre war Auschwitz hingegen vielen Deutschen kein Begriff. Dies änderte sich schlag-artig im Dezember 1963 als der von Fritz Bauer initiierte große Auschwitz-Prozess vor dem Landgericht Frankfurt begann. Auf der Anklagebank saßen 22 Angeklagte. In dem Prozess ging es aber nicht nur um die Schuld dieser 22. Fritz Bauer bringt es in einem Essay von 1962 auf den Punkt: „Die Leute wehren sich doch nicht deswegen leidenschaftlich gegen die Prozesse, weil sie […] eine Ungerechtigkeit und Unsittlichkeit in ihnen sehen, sondern weil [sie] wissen, daß mit den 22 Angeklagten im Auschwitzprozeß 22 Millionen auf der Anklagebank sitzen.“ Bauer sieht eine Mitverantwortung aller, die die Ermordung in Auschwitz förderten. In einer Fernsehdiskussion 1964 fasst Bauer seine Position zusammen: „Das Problem Auschwitz, da sind wir uns doch wahrscheinlich einig, beginnt nicht erst an den Toren von Auschwitz und Birkenau. Die Leute mussten hingebracht werden, das sind also viele, viele Täter.“ Die Frankfurter Richter folgten damals dieser Argumentation nicht. Erst 46 Jahre später im Münchner Urteil gegen den ukrainischen KZ-Wachmann John Demjanjuk im Jahr 2011 bestätigen deutsche Richter erstmals Fritz Bauers Argumentation (in Bezug auf die Verurtei-lung von Tätern, die für die Ermordungen in den Konzentrationslagern einen entsprechenden Beitrag leisteten).

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