Manche Menschen tragen wir jahrelang mit uns rum. Nicht im Herzen. Im Nacken.
Bei mir war es ein alter Kommilitone. Zwei Tage nachdem mein Vater gestorben war, rief er an. Kein Hallo. Nur Geschrei. Und einen Satz, den ich ihm lange nicht verzeihen konnte.
Über diese Geschichte rede ich in dieser Folge mit Steffen Kirchner. Und über die Erkenntnis, die für mich alles verändert hat: Vergeben hat nichts mit dem anderen zu tun. Gar nichts.
Lange hab ich geglaubt, ich tue dem anderen damit einen Gefallen. Ich spreche ihn frei, ich nehme ihm seine Last. Bis ich gemerkt habe… das stimmt überhaupt nicht. Vergeben ist ein reiner Akt der Selbstliebe. Du machst es für Dich. Nur für Dich.
Wir reden über den feinen, aber entscheidenden Unterschied zwischen Vergeben und Entschuldigen. Warum der andere die Verantwortung für seine Taten trotzdem trägt. Und warum so viele genau da blockieren.
Steffen teilt eines der berührendsten Coaching-Erlebnisse seines Lebens. Ein junger Mann, eine Todgeburt, ein Schmerz, der sich nicht lösen ließ. Bis ein einziger Satz alles verändert hat: Du musst nicht Dein Kind loslassen. Du musst den Schmerz loslassen.
Wir sprechen über die Cut-the-Cords-Übung, mit der ich diese alte Wut tatsächlich gehen lassen konnte. Über den Film „Die Hütte". Über das hawaiianische Vergebungsritual Ho'oponopono und seine vier Sätze, die viel tiefer gehen, als sie auf den ersten Blick wirken.
Und über die ehrliche Frage, die man sich stellen darf: Habe ich wirklich vergeben… oder nur die Spannung aus dem System genommen?
Diese Folge ist für Dich, wenn Du jemanden mit Dir rumträgst, den Du eigentlich loslassen willst. Wenn Du spürst, dass alte Wut Dich mehr vergiftet als die Person, der sie gilt. Und wenn Du wissen willst, wie echtes Vergeben sich anfühlt… von innen.
Mach es Dir gemütlich. Lass uns reden.
Let it flow and let it grow,
Adrian