Kaum ein anderes Buch hat die feministische Bewegung der 1970er-Jahre so geprägt wie Verena Stefans „Häutungen“ (1975). Allein in den ersten drei Jahren verkaufte sich das Buch hunderttausendfach. Das gerade einmal 120 Seiten schmale, autofiktionale Büchlein beschreibt die Befreiung einer jungen Frau aus patriarchalen Strukturen und Geschlechterrollen hin zu feministischer Selbstbestimmung. Stefans Sprache ist aufgeladen mit Widerstand und Übermut. An einer Stelle heißt es:
„ich zerstöre vertraute zusammenhänge, ich stelle begriffe, mit denen nichts mehr geklärt werden kann, in frage oder sortiere sie aus.“
Die Radikalität von Stefans Text ist kein Einzelfall. Auch andere Schriftstellerinnen der 1970er-Jahre kämpften mit ihren Büchern für Sichtbarkeit und Veränderung. Genau darum ging es auch bei der Buchvernissage im Karl der Grosse, wo ich mit Valerie Meyer und Nadia Brügger über ihr Sachbuch „Widerstand und Übermut“, erschienen beim Verlag Hier + Jetzt, sprach.
Wir sprachen über die Frauenbewegung der 1970er-Jahre, über misogyne Literaturkritik, über die Gründung des ersten Frauenverlags – die Edition R + F –, über Brieffreundschaften und über den unverzichtbaren Wert von Freundschaft und Solidarität zwischen schreibenden Frauen zu einer Zeit, als weibliche Stimmen in der Literatur noch weitgehend überhört wurden.
Diese Folge ist eine leicht gekürzte Aufnahme von Lesung und Gespräch.
Schnitt: Okan Yilmaz
Musik: Uzun İnce Bir Yoldayım – Engin
Foto: Anja Fonseka
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