Lavendelhonig, Keramikhandwerk und sanfte Hügel prägen das französische Städtchen Dieulefit in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Berühmt ist es aber für die Zivilcourage seiner Bevölkerung im 2. Weltkrieg. Der Ort war geeint im Widerstand und rettete viele Menschenleben. Woher kam diese Zivilcourage?
Während der deutschen Besatzung im Vichy-Frankreich schützten die rund 3000 Einwohnerinnen und Einwohner von Dieulefit etwa 1500 Jüdinnen und Juden sowie politisch Verfolgte. Sie nahmen die geflüchteten Familien, Künstlerinnen und Dissidenten auf und retteten sie so vor der Verfolgung und Ermordung durch NS-Deutschland. Bis heute ist Dieulefit stolz auf diese Geschichte – und versteht sich als Ort der Gastfreundschaft.
SRF-Redaktorin Patricia Banzer verbringt seit zehn Jahren regelmässig Zeit in Dieulefit und möchte herausfinden, was dieses «Wunder von Dieulefit» möglich machte. Welche Rolle spielten protestantische Traditionen, eine progressive Schule, mutige Einzelpersonen und der Zusammenhalt der Gemeinschaft? Und: Kann eine solche Geschichte die Haltung eines Ortes über Generationen hinweg prägen?
Zu hören:
- Muriel Soubeyran, die Enkelin von Marguerite Soubeyran, einer Schlüsselfigur des zivilen Widerstands
- Chloé Peytermann, die sich heute in Dieulefit für Geflüchtete engagiert
- Anastas Odermatt, Religionssoziologe an der Universität Luzern
Autorin: Patricia Banzer
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