Mein Name ist Medhams, ich studiere Psychologie an der Medical School Hamburg und im Rahmen meines Bachelorstudiums habe ich für meine Bachelorarbeit eine Online-Befragung durchgeführt. Das Thema meiner Arbeit lautet „Einfluss der Mensch-Hund-Bindung auf die moralische Entscheidungsfindung: Ein systematischer Vergleich zwischen ehrenamtlichen und privaten Hundehaltern im Kontext hypothetischer Euthanasie-Szenarien“. In dieser Studie gehe ich der Frage nach, wie die emotionale und psychologische Verbindung zu unseren Hunden unsere moralischen und ethischen Entscheidungen in absoluten Grenzsituationen beeinflusst. Das Besondere an meiner Forschung ist der systematische Vergleich zweier Gruppen von Hundehaltern: Zum einen untersuche ich Menschen, die mit ihrem Hund ein Ehrenamt ausüben – wie etwa in Rettungs- oder Therapiestaffeln, wo eine ganz spezifische Arbeits- und Partnerschaftsdynamik herrscht. Zum anderen vergleiche ich diese Daten mit Personen, die ihren Hund als reines Familienmitglied im privaten Haushalt halten.
Um das komplexe Konstrukt der Mensch-Hund-Beziehung wissenschaftlich fundiert und präzise messbar zu machen, verwende ich in meiner Befragung einen international etablierten Standardfragebogen, die „Monash Dog Owner Relationship Scale“, kurz MDORS. Dieser Fragebogen erfasst die Bindung nicht nur oberflächlich, sondern beleuchtet sie sehr differenziert auf drei verschiedenen Dimensionen: der emotionalen Nähe, den gemeinsamen Aktivitäten im Alltag und auch den wahrgenommenen Kosten oder Belastungen, die mit der Hundehaltung einhergehen.
Der experimentelle Kern der Untersuchung liegt jedoch in der moralischen Entscheidungsfindung, die ich mithilfe von drei eigens dafür entwickelten Fallvignetten auf die Probe stelle. Bei diesen Vignetten handelt es sich um hypothetische, aber sehr realitätsnahe Alltagsszenarien, in die sich die Probanden hineinversetzen müssen und die allesamt im Kontext von schweren Euthanasie-Szenarien angesiedelt sind. Die erste Fallvignette konfrontiert die Halter mit einer schweren medizinischen und finanziellen Krise – beispielsweise einer extrem kostspieligen, lebensrettenden Behandlung, bei der moralisch abgewogen werden muss. Die zweite Vignette beleuchtet eine ethisch-moralische Zwickmühle, in der die Bedürfnisse und das Wohl des Hundes in direkten Konflikt mit gesellschaftlichen Erwartungen oder dem zwischenmenschlichen Umfeld geraten. Die dritte und emotional intensivste Vignette dreht sich schließlich um die finale Entscheidung zur Euthanasie selbst, also um den Moment, in dem die Lebensqualität des Hundes stark nachlässt und der Halter die Verantwortung über Leben und Tod tragen muss.
Monash Dog Owner Relationship Scale
https://doi.org/10.2752/089279306785415592
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REDAKTION: Maike & Mette Harms
SCHNITT: Mette Harms
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