Ich bin unruhig und nervös und ein bisschen ängstlich und verwundert und will trotzdem nicht hoffnungslos sein. Am Sonntag ist die Wahl in Sachsen-Anhalt und viele Menschen sind besorgt, dass eine undemokratische Partei scheinbar so viele Menschen überzeugt, dass sie eine gute Wahl wäre. Ich bin aus Thüringen und bekomme auch mit, wie schwierig es ist, zwischen dem lauten Gebrüll der wenigen und deren fremdenfeindlichen Gebaren all die vielen zu sehen und zu hören, die nicht so sind und die sich kümmern um eine freie und vielfältige Gesellschaft. Alles Für und Wider ist in den letzten Monaten hinlänglich besprochen und von allen Seiten angeschaut worden und ich war zwischendurch immer wieder entsetzt, wie, was, wer ganz ungestraft herumbrüllen kann und wie viele Menschen dann johlen und klatschen und gar nicht zu merken scheinen, welchen gefährlichen Leuten sie da auf den Leim gehen. Aber mit Hass und Hetze und populistischen Parolen kann man kein Land regieren. Und so mag ich bei aller Sorge in diesen Tagen vor dieser Wahl ein Gebet mit dir beten, das schon mehr als 110 Jahre alt und aktueller denn je ist: Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens, dass ich liebe, wo man hasst; dass ich verzeihe, wo man beleidigt; dass ich verbinde, wo Streit ist; dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist; dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht; dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält; dass ich Licht entzündete, wo Finsternis regiert; dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt. Herr, lass mich trachten nicht nur, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste; nicht nur, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehen; nicht nur, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe. Denn wer sich hingibt, der empfängt; wer sich selbst vergisst, der findet; wer verzeiht, dem wird verziehen; und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.
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