Begegnungen beleben oft sehr und geben Anstöße für eigenes Tun und Denken. In der Mittagspause auf einem Jubiläumsfest vergangene Woche hat mir beim Spaziergang eine Mitschwester Szenen aus ihrer Arbeit erzählt. Sie arbeitet in der Seelsorge für Menschen, die in Köln auf der Straße leben und von deren Problemen in den letzten unglaublichen heißen Wochen in der Stadt. Eines Tages ist sie mit einem Bollerwagen voller Wasserflaschen unterwegs gewesen, um an den ihr bekannten Treffpunkten Wasser anzubieten und zu verteilen. Und dabei hat eine Touristin aus New York sie beobachtet und angesprochen. Und als sie verstanden hatte, worum es hier geht, ist sie mitgegangen, hat geholfen und hat, als der Wagen leer war, im nächsten Geschäft einige Kisten mit Wasser gekauft und mit ihrem Geld bezahlt, damit weiterhin Wasser verteilt werden konnte.Ganz oft ist es genau so. Menschen erleben, dass es Probleme und Schwierigkeiten gibt und beginnen damit, an Lösungen zu arbeiten und etwas zu tun. Und meist ist sehr schnell ein kleinerer oder größerer Kreis von Menschen angesteckt von der guten Idee und macht mit. Vor fast 500 Jahren hat sich ein junger Priester und Jurist aus Spanien auf den Weg nach Rom gemacht. Und dort ist er völlig entsetzt von der Not und Verwahrlosung der Straßenkinder dort. In Trastevere beginnt er sofort mit einer Schule, die für alle Kinder dort kostenlos war. Und auch hier waren viele junge Leute so angetan von der Aufgabe und dem Engagement dieses Josef von Calasanza, dass sie mitmachen wollten und an diesem Werk für Kinder arbeiten. Also wurde eine Ordensgemeinschaft gegründet und über die nächsten Jahrhunderte gab es immer mehr Schulen für arme Kinder und die Lebensverhältnisse haben sich durch die dann gut ausgebildeten Jugendlichen stark verbessert.Begegnungen geben Anstoß zum eigenen Denken und Tun. Jesus sagt: Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Manchmal ist es dann Wasser austeilen an Bedürftige, manchmal ist es eine Schule gründen für mittellose Kinder, manchmal ist es etwas ganz anderes, was Dir heute begegnet und was Dich anregt, aus diesem Wort heraus etwas zu tun.
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