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Was hat sich seit der Corona-Zeit in unserem Umgang mit Tod, Trauer und miteinander verändert – und was können wir daraus für die Zukunft lernen? Über diese Frage spricht Matthias Langwasser in seiner neuen Folge mit Marlies Spuhler.
Marlies arbeitet seit 2007 als Bestatterin und beschreibt ihren Beruf als echte Herzensaufgabe. Für sie geht es längst nicht nur darum, eine Beerdigung zu organisieren. Sie begleitet Angehörige durch eine der schwersten Phasen ihres Lebens, führt Trauergespräche, hält persönliche Trauerreden und versucht, den Menschen einen Abschied zu ermöglichen, der sich wirklich nach ihrem Verstorbenen anfühlt. Dabei beobachtet sie seit Jahren, wie sehr sich die Trauerkultur verändert: klassische kirchliche Beerdigungen werden seltener, Abschiede finden häufiger im kleinen Kreis statt, Friedwälder und Urnen zu Hause gewinnen an Bedeutung und Erinnerungsstücke wie Kristalle oder Schmuck werden für viele Menschen wichtiger als das traditionelle Grab.
Besonders tief habe die Corona-Zeit Spuren hinterlassen. Marlies erinnert daran, dass Angehörige zeitweise nicht bei sterbenden Familienmitgliedern sein durften. Manche Menschen mussten ihre letzten Stunden allein verbringen, während ihre Familien erst nach dem Tod Abschied nehmen konnten. Sie spricht von „Trauerschäden“, die bis heute nachwirken, weil vielen Menschen wichtige Momente des Abschieds genommen worden seien.
Im Gespräch berichtet Marlies außerdem von ihrer persönlichen Beobachtung, dass ihr kleines Bestattungsunternehmen seit 2021 deutlich mehr Sterbefälle betreue als in früheren Jahren. Sie schildert auch Veränderungen, die ihr bei Verstorbenen aufgefallen seien, und bringt diese aus ihrer eigenen Erfahrung teilweise mit dem Impfstatus in Verbindung. Matthias und Marlies sprechen in diesem Zusammenhang über einen aus ihrer Sicht schnelleren Verwesungsprozess, plötzlich verstorbene Menschen und Erkrankungen wie Krebs. Dabei handelt es sich um ihre persönlichen Beobachtungen und Schlussfolgerungen aus ihrer Arbeit, nicht um einen wissenschaftlichen Nachweis.
Marlies erzählt außerdem von Gesprächen mit Ärzten, Pathologen und Menschen aus ihrem persönlichen Umfeld. Dabei kommen Spike Protein, Dunkelfeldmikroskopie, unterschiedliche Impfstoff-Chargen und das von ihr als „Turbo-Krebs“ bezeichnete Phänomen zur Sprache. Matthias greift diese Erfahrungen auf und fragt, ob mögliche Folgen auch Jahre später noch sichtbar sein könnten. Für beide ist das Thema emotional, weil hinter jeder Zahl und jeder Beobachtung letztlich ein Mensch und eine Familie stehen, die einen Verlust verkraften müssen.
Auch die RKI-Files werden thematisiert. Matthias interpretiert die Dokumente als Bestätigung dafür, dass während der Corona-Zeit politische Entscheidungen teilweise nicht wissenschaftlich begründet gewesen seien. Daraus entsteht eine grundsätzliche Diskussion darüber, wie viel Vertrauen Menschen Institutionen, Politik und Medien noch entgegenbringen können – und wie wichtig es aus ihrer Sicht ist, Informationen selbst zu hinterfragen.
Marlies blickt zugleich auf die Situation in Krankenhäusern. Sie berichtet von personeller Unterversorgung und von Fällen, bei denen medizinisches Personal ihrer Wahrnehmung nach kaum noch genügend Zeit für einzelne Patienten hatte. Auch zukünftige Einschränkungen und gesellschaftliche Ängste beschäftigen sie. Besonders schmerzhaft empfindet sie rückblickend die Spaltung zwischen Menschen während der Corona-Zeit. Für sie hat diese Erfahrung gezeigt, wie schnell Angst und gegenseitige Ausgrenzung Familien, Freundschaften und ganze Gesellschaften voneinander entfernen können.
Matthias führt das Gespräch schließlich auf eine noch größere Ebene. Er spricht über KI, Rechenzentren, gesellschaftliche Kontrolle und seine Sorge, dass technische Entwicklungen zunehmend gegen menschliche Bedürfnisse eingesetzt werden könnten. Gleichzeitig stellt sich für ihn die entscheidende Frage: Was können Menschen konkret tun, statt sich nur von Angst und negativen Nachrichten bestimmen zu lassen?
Für Marlies liegt ein großer Teil der Antwort im Zusammenhalt. Sie wünscht sich eine Gesellschaft, in der Menschen wieder aufeinander zugehen, zuhören und unterschiedliche Meinungen aushalten können. Herkunft, Religion, politische Haltung oder sexuelle Orientierung sollten ihrer Ansicht nach keine Gründe sein, einander abzulehnen. Sie erzählt von ihrem eigenen Freundeskreis, in dem Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen selbstverständlich miteinander leben – und fragt sich, warum genau das nicht auch im größeren gesellschaftlichen Miteinander möglich sein sollte.
Am Ende bleibt deshalb trotz aller schweren Themen eine hoffnungsvolle Botschaft: Veränderung beginnt dort, wo Menschen aufhören, sich gegeneinander aufbringen zu lassen. Matthias und Marlies sind überzeugt, dass ein anderes Miteinander möglich ist, wenn wir wieder lernen zuzuhören, Vorurteile loszulassen und uns auf das zu konzentrieren, was uns verbindet. Denn vielleicht liegt genau darin die größte Chance dieser Zeit: nicht noch weiter auseinanderzugehen, sondern wieder zueinanderzufinden.
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