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Die Epstein-Files sind öffentlich – und trotzdem sehen wir keine Anklagen! Darüber spricht Matthias Langwasser in seiner neuen Folge mit Lars Köhne, der lange als Investigativ-Journalist gearbeitet hat.

Der Ausgangspunkt des Gesprächs ist eine Recherche, die sein Leben nachhaltig verändert hat: 2001 reiste Lars für eine Arte-Reportage auf die Philippinen. Im Mittelpunkt stand der irische Priester Shay Cullen, der sich mit seinem Projekt PREDA seit Jahrzehnten für Kinder einsetzt, die Opfer sexueller Ausbeutung geworden waren. Lars sollte gleichzeitig mit versteckter Kamera recherchieren, wie leicht es damals war, Zugang zu minderjährigen Prostituierten zu bekommen.

Dafür tauchte er unter falscher Identität in ein Milieu ein, das ihn menschlich an seine Grenzen brachte. Er beschreibt eine Begegnung mit einem sehr jungen Mädchen, dem er gemeinsam mit Shay Cullen eigentlich einen Ausweg anbieten wollte. Doch Lars' Verhalten erregte Verdacht, die Situation wurde gefährlich und er musste fliehen. Die Aufnahmen wurden anschließend an Cullen übergeben, der sie nach Lars' Darstellung wiederum der Polizei zur Verfügung stellte.

Besonders erschütternd waren für Lars Berichte darüber, wie jung manche der betroffenen Kinder gewesen sein sollen. In der Folge erzählt er außerdem von einem Prospekt aus entsprechenden Kreisen, dessen Darstellung auf noch extremere Formen von Gewalt hingedeutet habe.

Diese Erfahrungen haben sein Weltbild verändert. Lars sagt, dass er schon zuvor viel Gewalt und Leid gesehen hatte – unter anderem während seiner journalistischen Arbeit in Afrika und Afghanistan. Doch diese Recherche sei für ihn eine Art tiefe „materielle Initiation“ gewesen: der Moment, in dem ihm bewusst wurde, dass bestimmte Abgründe viel näher und realer sein könnten, als er zuvor angenommen hatte.

Für Matthias wird Shay Cullen zu einem Beispiel dafür, was es bedeutet, nicht nur über Mitgefühl zu sprechen, sondern tatsächlich zu handeln – gerade dann, wenn sich die Betroffenen selbst kaum schützen können.

Ein weiterer Schwerpunkt sind die Epstein-Files. Matthias und Lars diskutieren darüber, dass umfangreiches Material öffentlich geworden sei, jedoch vergleichsweise wenige juristische Folgen sichtbar geworden seien.

Lars habe Monate nach der Veröffentlichung erneut recherchiert und dabei den Eindruck gewonnen, dass trotz der großen Datenmenge nur sehr begrenzte strafrechtliche Konsequenzen entstanden seien. Matthias interpretiert dies als Hinweis auf tieferliegende strukturelle Probleme.

Nach seiner journalistischen Laufbahn begann Lars, intensiv mit Menschen auf schamanischer und energetischer Ebene zu arbeiten. Dabei sei ihm immer wieder aufgefallen, wie viele Frauen in ihrer Vergangenheit sexuellen Missbrauch erlebt hätten.

Diese Begegnungen hätten ihn erneut mit der Frage konfrontiert, wie viel Leid im Verborgenen existiert – nicht nur in spektakulären oder internationalen Fällen, sondern auch mitten in der Gesellschaft.

Er warnt davor, sich vollständig auf dunkle Zeichen, Symbole oder Verschwörungen zu fixieren. Gleichzeitig hält er es für falsch, unangenehme Realitäten aus einer vermeintlichen Spiritualität heraus einfach auszublenden.

Matthias stimmt ihm zu. Eine Spiritualität, die nur von Licht und Liebe spricht, während sie Leid ignoriert, reicht ihm nicht. Für ihn bedeutet gelebte Spiritualität auch, dort hinzuschauen, wo Menschen verletzt werden, Position zu beziehen und insbesondere diejenigen zu schützen, die sich selbst nicht schützen können.

Gegen Ende stellt Matthias die entscheidende Frage: Was kann ein einzelner Mensch angesichts solcher Abgründe überhaupt bewirken?

Lars' Antwort ist nicht, in Angst oder Hass zu gehen. Für ihn beginnt Veränderung damit, das Dunkle überhaupt zu erkennen und klar zu sagen: Ich sehe, was hier geschieht – und ich entscheide mich, diesem Weg nicht zu dienen.

Seine spirituelle Überzeugung ist, dass zerstörerische Systeme letztlich davon leben, Energie, Angst und Macht aus anderen Menschen zu ziehen. Dem stellt er eine andere Haltung entgegen: Vertrauen, Liebe, Mitgefühl und das bewusste Weitergeben dessen, was Menschen stärkt.

Matthias macht daraus eine ganz praktische Botschaft: hinschauen, informieren, Kinder schützen und den Mut haben, Grenzen zu setzen. Für ihn bedeutet Liebe deshalb nicht, alles hinzunehmen. Gelebte Liebe könne auch ein klares „Nein“ zu allem sein, was Leben verletzt oder zerstört.

Am Ende treffen sich Matthias und Lars in einem Gedanken, der die gesamte Folge zusammenfasst. Es reicht für sie nicht, nur eine Meinung zu haben. Entscheidend sei, sich zu fragen: Wofür stehe ich wirklich? Was bin ich bereit, auch in meinem Alltag zu leben?

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Disclaimer: Die in diesem Video geäußerten Meinungen und Aussagen dienen ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken. Die Inhalte dieses Videos reflektieren die persönlichen Ansichten des Interviewgasts und die Videos erheben weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch können die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden. Die Betrachtung dieses Videos erfolgt auf eigene Verantwortung.

Kapitel:

00:00:00 Recherchen

00:13:31 Shay Cullen

00:17:30 System

00:21:37 Schamanische Arbeit

00:25:41 Schein-Spiritualität

00:35:45 Was können wir tun?

Podden och tillhörande omslagsbild på den här sidan tillhör Matthias Langwasser. Innehållet i podden är skapat av Matthias Langwasser och inte av, eller tillsammans med, Poddtoppen.