Dieser Essay thematisiert das kulturelle Gedächtnis und die Vertreibung am Beispiel des Wiener Donauwalzers sowie der modernen Tanzgeschichte. Während der Dramatiker Ödön von Horváth die Musik von Strauss nutzte, um die moralische Verlogenheit der bürgerlichen Gesellschaft zu entlarven, rettete die jüdische Choreographin Gertrud Bodenwieser den Tanzstil des Ausdruckstanzes nach ihrer Flucht vor den Nationalsozialisten nach Australien. Der Text kontrastiert diese Linie des Exils, verkörpert durch die bis ins hohe Alter tanzende Eileen Kramer, mit der institutionellen Tanzgeschichte in Deutschland, die ihre Verstrickungen in die NS-Ideologie oft verschleierte. Letztlich wird der Walzer als ein Symbol für die Bewahrung von Schönheit inmitten historischer Zerstörung und als Werkzeug zur Aufarbeitung der Vergangenheit dargestellt. Die Quellen verdeutlichen, wie Kunstformen im Ausland überdauerten, während ihre Ursprungsorte der Verdrängung anheimfielen.
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