„Ich weiß, dass ich gehen müsste. Aber ich schaffe es einfach nicht.“ Vielleicht ist das einer der schwersten Sätze, die ein Mensch über sich selbst sagen kann. Denn von außen sieht es oft so einfach aus. Die Beziehung macht schon lange nicht mehr glücklich. Die Liebe ist verschwunden. Die Gespräche sind verstummt. Nach unzähligen Versuchen ist auch die Hoffnung fast verkümmert. Und trotzdem bleibt man. Manchmal Jahre. Und dann fragen sich Menschen:

„Warum handle ich nicht, obwohl ich längst weiß, dass ich so nicht weiterleben möchte?“ Wenn Du Dich darin wiedererkennst, dann möchte ich Dir gleich zu Beginn etwas sagen: Sich aus einer Beziehung zu lösen, ist nicht nur eine Entscheidung Deines Verstandes. Es ist ein Prozess, an dem drei Ebenen beteiligt sind: der Kopf, das Herz und der Körper. Und sie haben oft ganz unterschiedliche Bestrebungen. Ich stelle mir das manchmal wie einen Umzug von drei Mitbewohnern vor.

Der Kopf hat seine Kisten längst gepackt. Er weiß schon, dass es Zeit ist zu gehen. Das Herz sitzt noch zwischen den Möbeln, blättert in alten Fotoalben, erinnert sich an all die schönen Momente und trauert. Und der Körper klammert sich an den Türrahmen, weil hinter dieser Tür alles liegt, was ihm vertraut ist – selbst dann, wenn es längst nicht mehr guttut. Erst wenn alle drei irgendwann bereit sind, wird aus einer inneren Entscheidung auch eine Handlung, zu der Du wirklich stehen kannst.


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