Aus Tschechien, einem Land überschaubarer Größe, stammen einige der Ikonen der modernen Literatur, die bis heute präsent sind. Ob Božena Němcová, Franz Kafka oder Lenka Reinerová, Bohumil Hrabal oder Milan Kundera – sie alle haben sich in die Weltliteratur eingeschrieben. Das tschechische Erzählen ist oft überbordend, zwischen Dorfkneipe und Großstadtclub wird "gebafelt", was das Zeug hält, und federleichter narrativer Schaum geschlagen. Es ist lustig, schwermütig, fantastisch, immer ein paar Millimeter über dem Boden der schnöden Realität. Es rauscht in den Ohren wie das tosende böhmische Meer. Das Feature widmet sich diesem vielstimmigen Rauschen, erkundet die Polyphonie der tschechischen Gegenwartsliteratur, die sich intensiv auf ihren großen Auftritt bei der Frankfurter Buchmesse vorbereitet. Dort ist Tschechien in diesem Jahr Gastland.